Finanzmärkte Schweiz und International
Der amerikanische Präsident hält die Welt auch weiterhin auf Trab. Anfangs Jahr wurde der venezolanische Diktator Nicolas Maduro in einer militärischen US-Intervention entführt und in die USA gebracht, wo er vor Gericht gestellt werden soll. Bereits Ende Februar folgte mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran der nächste Schlag. Neben militärischen Ein-richtungen waren auch wichtige Amtsträger Ziel des Angriffs. Dabei wurde u.a. der oberste Führer Irans getötet.
Der Iran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Israel und die benachbarten Golfstaaten. Zudem wurde auch die für den Energiebedarf wichtige Strasse von Hormus geschlossen. Durch diese Meerenge wurden bisher 20 % des täglichen weltweiten Flüssigölverbrauchs transportiert. Mit dem Ausbruch des Krieges und durch die Blockade erhöhten sich die Öl- und Benzinpreise an den Märkten schlagartig um rund 50 %. Bisher ist ein Ende des Konflikts noch nicht abzusehen.
In den USA zeigt sich die Konjunktur im bisherigen Jahresverlauf insgesamt noch robust, auch wenn erste Bremsspuren sichtbar werden. Die Investitionen in Rechenzentren, Automatisierung und digitale Infrastruktur bleiben hoch, während der Dienstleistungssektor weiterhin stützt. Gleichzeitig hat sich der Arbeitsmarkt zuletzt jedoch abgeschwächt: Im Februar ging die Zahl der neu geschaffenen Stellen per Saldo zurück und die Lohnentwicklung blieb zwar positiv, verlor aber etwas an Schwung.
Die Inflation liegt weiterhin über dem Ziel der amerikanischen Notenbank (FED). Das FED beliess den Zielkorridor Ende Januar unverändert bei 3.50–3.75 % und betonte erneut ihre datenabhängige Haltung. Damit signalisiert sie, dass weitere Zinssenkungen vorerst nicht unmittelbar bevorstehen, solange sich die Inflation nicht klarer Richtung Ziel bewegt und sich der Arbeitsmarkt nicht deutlicher abschwächt. Die inzwischen stark gestiegenen Benzinpreise könnten in den USA die Inflation sogar erneut anheizen und vielleicht sogar Zinserhöhungen wieder zum Thema machen.
In der Eurozone bleibt das wirtschaftliche Umfeld gemischt. Einerseits zeigt sich die Wirtschaft gemäss der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin widerstandsfähig; tiefe Arbeitslosigkeit, solide private Bilanzen und die allmähliche Umsetzung öffentlicher Ausgabenprogramme für Verteidigung und Infrastruktur wirken stützend. Andererseits haben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die höheren Energiepreise zuletzt die Stimmung belastet. Die Inflation sank im Januar, stieg dann im Februar wieder leicht auf 1.9 %. Die Europäische Zentralbank (EZB) liess an ihrer letzten Sitzung die Leitzinsen unverändert. Letztlich hängt die Geldpolitik davon ab, wie lange die Energiepreise auf dem erhöhten Niveau bleiben und in wie weit dies einen Preisdruck auslöst. Vorerst erwarten die meisten Marktteilnehmer keine Zinsänderungen.
Auch die Schweizer Binnenwirtschaft zeigt sich im ersten Quartal 2026 widerstandsfähig. Die sehr tiefe Inflation stützt die Kaufkraft, während der starke Franken die Importpreise dämpft und gleichzeitig die Exportindustrie fordert. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess an ihrer Lagebeurteilung Mitte März den Leitzins bei 0.00 % und machte zugleich deutlich, dass ihre Bereitschaft zu Interventionen am Devisenmarkt wegen des Nahostkonflikts und der erhöhten Unsicherheit nochmals gestiegen ist. Damit bleibt der geldpolitische Kurs in der Schweiz locker, zugleich aber flexibel, um auf eine allfällige weitere Aufwertung des Frankens oder neue konjunkturelle Risiken reagieren zu können. Eine Änderung der Leitzinsens ist nicht zu erwarten.
Die Aktienmärkte sind in den ersten Wochen des Jahres mit steigenden Kursen gestartet. Gute Unternehmensresultate waren dabei eine zusätzliche Unterstützung. Nach dem freundlichen Jahresbeginn sorgten der Angriff auf den Iran, der darauf folgende starke Ölpreisanstieg und die Unsicherheit über den weiteren Zinskurs wieder für Nervosität. Die Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte wird in den kommenden Wochen vom weiteren Verlauf des Iran-Konflikts abhängen. Sollte dieser bald zu einem Ende kommen und die Strasse von Hormus wieder geöffnet werden, was zum einem deutlichen Rückgang der Energierohstoffpreise führen wird, dürften die Märkte wieder klar nach oben gehen. Andernfalls ist ein weiterer Rückgang nicht auszuschliessen, insbesondere mit Blick auf steigende Inflationserwartungen und möglicher Zinserhöhungsaussichten.
Der amerikanische Aktienmarkt bleibt von Technologie, Künstlicher Intelligenz und Infrastrukturinvestitionen geprägt. Gleichzeitig hat sich die Marktbreite phasenweise verbessert. Belastend wirkten zuletzt die höheren Energiepreise, der schwächere Arbeitsmarktbericht und die Unsicherheit darüber, wie der Zinstrend des Fed in den nächsten Wochen aussieht. Der S&P 500 bewegt sich 2026 bislang per Saldo leicht im Minus.
Die europäischen Aktienmärkte halten sich im ersten Quartal 2026 bislang ordentlich, auch wenn die Entwicklung zuletzt unruhiger geworden ist. Banken und Industrieunternehmen profitieren von der Hoffnung auf eine Stabilisierung der Konjunktur, während höhere Energiepreise und die globale Handelspolitik das Bild wieder eintrüben. Der Euro Stoxx 50 liegt gegenüber dem Jahresbeginn mit rund 5 % im Minus. Bei den von uns besonders beobach-teten europäischen Einzeltiteln profitiert AMSL vom wieder erstarkten Chipzyklus und legt deutlich zweistellig zu. Auch Schneider Electric liegt knapp im Plus. LVMH und Hermès leiden u.a. unter den eingeschränkten Reisemöglichkeiten der Golfstaaten. L’Oréal, Novo Nordisk und Siemens notierten im negativen Bereich.
Der Schweizer Markt entwickelte sich zu Beginn des Jahres besser als die USA. Der Swiss Market Index (SMI) profitiert von seiner Struktur mit Pharma und Versicherungen. Die jüngs-ten geopolitischen Spannungen haben die Schweizer Indices nun aber auch deutlicher belastet als andere internationale Börsenplätze. Über dem Jahresanfangsstand halten konnten sich ABB, Amrize, Kühne+Nagel, Novartis und Swisscom. Ein einstelliges Minus weisen Alcon, Lonza, Nestlé, Roche PS, Swiss Life, Swiss Re und Zürich auf. Deutlich ne-gativer notierten Geberit, Givaudan, Holcim, Logitech, Partners Group, Richemont, Sika und UBS.
Der Swiss Market Index Mid (SMIM) schnitt etwas besser ab als der SMI, lag aber trotzdem im Minus. Zu den positiven Werten gehörten Accelleron, Ems-Chemie und VAT Group mit zweistelligen Anstiegen. Aber auch Barry Callebaut, Clariant, PSP, Sandoz, SIG, Sunrise, Swatch und SPS lagen im Plus. Klar negativ zeigten sich Adecco, Belimo, Galderma, Gale-nica, Georg Fischer, Julius Bär, Schindler, Sonova, Straumann, Swissquote und Temenos.
Wir halten an unserer langfristigen, auf Qualitätstiteln basierten, Anlagestrategie fest. Rückschläge können situativ für Zukäufe und Portfolioanpassungen genutzt werden.
Chartübersicht

Swiss Market Index (SMI) / Swiss Market Index Mid (SMIM) / DJ Euro Stoxx 50(ESTX50) / Standard&Poors 500 (S+P500) je in Lokalwährung